Titelbild Missverstaendnisse zum Thema Authentizitaet

Wenn du mich schon ein wenig kennst, weißt du wie wichtig mir das Thema Authentizität ist. Nicht nur im Außenauftritt, sondern in der gesamten Ausrichtung des Business. Der Begriff ist „modern“ geworden und ich beobachte immer wieder, dass er missverständlich verstanden wird bzw. viele gar nicht wissen, was wirklich dahinter steckt.

1. Missverständnis: Authentizität als Ausrede

Manchmal wird der Begriff „Authentizität“ als Ausrede gebraucht, um schlechte Gewohnheiten zu rechtfertigen. Gewohnheiten, die wir uns aufgrund äußerer Umstände oder Bequemlichkeit angeeignet haben.

Eine Gewohnheit zu ändern ist anstrengend und unbequem. Es erfordert Entschlüsse zu fassen, Selbstdisziplin und Ausdauer. Ganz zu schweigen von der „Denkarbeit“, wir müssen näher hinzuschauen und uns selbst reflektieren. Unser Mindset hinterfragen.

Doch stattdessen reden wir uns mit „Ich bin halt so“, „das gehört einfach zu mir“ heraus, um uns vor Weiterentwicklung zu drücken.

Stärken-Coach Jutta Beyer sitzt auf einer Holzbank

2. Missverständnis: Du darfst deine Meinung nicht ändern

Was mir auch immer wieder auffällt ist, dass manche sich nicht trauen, ihre Meinung zu sagen, wenn sich diese geändert hat. Wenn man also vor einem halben Jahr zu einem Thema Stellung genommen hat, und es mittlerweile aber anders sieht. Hier fühlen sich manche unwohl, weil sie sich „unehrlich“ vorkommen.

Für mich ist eine authentische Stellungnahme, wenn ich genau zu diesem Zeitpunkt voll und ganz hinter dem stehe, was ich sage.

Es ist ganz normal, dass man im Laufe der Zeit seine Meinung zu bestimmten Themen überdenkt, sich die Sichtweise ändert. Du lernst dazu, die äußeren Umstände ändern sich oder du bist in einer anderen Situation und hast deine Perspektive erweitert. Das kommt häufig vor – denn wir entwickeln uns weiter, das ist richtig und immens wichtig.

Nicht authentisch ist in meinem Augen nur, wenn du eine Meinung vertrittst, von der du eigentlich nicht überzeugst bist. Um zum Beispiel deinem Publikum zu gefallen, oder deine echte Meinung zu verschleiern. Oder bewusst eine andere Wahrnehmung erzeugst, sozusagen manipulierst, um etwas bestimmtes zu erreichen.

3. Missverständnis: Sich authentisch zu zeigen, bedeutet privates öffentlich zu machen

Natürlich gehört zu einer authentischen Darstellung, Persönlichkeit zu zeigen. Aber genau darin liegt der Unterschied: Sich persönlich zu zeigen ist nicht das gleiche, wie sich privat zu zeigen.

Deine Persönlichkeit kannst du durch vielerlei zum Ausdruck bringen:
Ein paar Beispiele:

  • Visuell durch Fotos oder in Videos, durch dein Corporate Design.
  • Sprachlich durch deinen eigenen Stil und durch bestimmte Merkmale.
  • Indem du Stellung beziehst zu bestimmten Themen, deine Botschaft, Stärken und Werte kommunizierst.
  • Einblicke in deine beruflichen Tätigkeiten und deinen Geschäftsalltag zeigst.
Liste so zeigst du dich authentisch und persönlich

Du merkst, bislang war nichts privates dabei. Es ist also sehr wohl möglich, sich persönlich zu zeigen ohne sein Innerstes nach Außen zu kehren.

Jeder darf ganz allein für sich entscheiden, „wie weit“ er gehen möchte, und was er öffentlich nach Außen zeigen will und was eben nicht.

Wie du dich speziell auf der Website authentisch zeigen kannst, habe ich hier beschrieben: Was ist eine authentische Website.

4. Missverständnis: Authentisch = Persönlich = Schlabberlook

Authentisch bedeutet „natürlich, echt“ und manche meinen, dass sie deshalb auch Videos am besten im Schlabberlook drehen sollen um besonders „natürlich“ zu wirken. Man soll sich schließlich persönlich zeigen ;-). Ja, du sollst dich wohlfühlen und dir nicht verkleidet vorkommen – aber es ist ganz normal, sich unterschiedlich zu kleiden. Wenn du abends ausgehst, wirst du dich anders kleiden als für einen Abend auf dem Sofa.

Deshalb ist es nicht unnatürlich, sich z. B. für ein Video, das auf die Website soll, mehr zu schminken oder schicker anzuziehen als im normalen Alltag.

Im Gegenteil – es hat für mich auch etwas mit Wertschätzung den Zuschauern gegenüber zu tun. Du nimmst dir Zeit, es ist dir wichtig.

Wenn du „nur“ ein schnelles Video für Social Media machst, einen kurzen Impuls mitgeben möchtest oder einen Einblick in deinen Alltag zeigst, ist das eine ganz andere Situation. Da darf es durchaus formloser sein. Das ist meine Meinung – andere mögen das vielleicht anders sehen. Ok, streiche vielleicht, ich bin mir sicher. 😉

5. Missverständnis: Authentisch sein heißt ich mache nur, womit ich mich wohlfühle

Ja, wenn wir uns authentisch verhalten, fühlen wir uns wohl. Wir müssen uns nicht verstellen. Sich authentisch verhalten heißt aber auch Persönlichkeitsentwicklung. Klarheit über sich selbst zu erlangen. Und das ist ein Prozess, der nie aufhört.

Und um herauszufinden, was sich authentisch anfühlt, kannst du Dinge ausprobieren und musst manchmal deine Komfortzone verlassen. Was sich bestimmt ungewohnt und vielleicht auch am Anfang unangenehm anfühlt. Doch vermeidest du, deine Komfortzone zu verlassen, entdeckst du vielleicht tolle neue Möglichkeiten nicht, die sich für dich auftun. Es schlummert viel Potenzial in dir, das erst noch entdeckt werden möchte.

Also probiere aus, reflektiere und dann merkst du schnell, was zu dir passt und das unpassende darfst du getrost wieder streichen.

Was bedeutet authentisch sein für dich?

Ich hoffe, der Begriff Authentizität ist für dich nun ein wenig klarer geworden. Hast du dich in manchen Aussagen widergefunden? Wie siehst du das Thema?

About the Author

Jutta Beyer ist Markenberaterin und unterstützt Berater, Experten und Online-Unternehmer dabei, ihre authentische Positionierung zu entwickeln und über Website & Co. erfolgreich Kunden zu gewinnen.

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